Ratgeber · Finanzen

Lasst euer Geld für euch arbeiten.

Beim Autokauf geht es nicht nur um den Preis, sondern darum, was mit eurem Geld in der Zwischenzeit passiert. Hier die wichtigsten Grundlagen, ohne Fachchinesisch.

Was aus eurem Geld werden kann

Barkauf, Kredit und Leasing im Detail, mit Leasingfaktor und dem Beispiel „Anzahlen oder anlegen?“, findet ihr auf der Seite Barkauf, Kredit oder Leasing.

Gebundenes Kapital und liquide Mittel

Gebundenes Kapital ist Geld, das in etwas steckt und nicht verfügbar ist, zum Beispiel im Auto beim Barkauf oder als Anzahlung. Es verliert mit dem Auto an Wert. Liquide Mittel sind Geld, über das ihr frei verfügen könnt: auf dem Konto oder in einem Depot.

Notgroschen zuerst: Haltet immer etwa drei Monatsausgaben auf dem Konto bereit. Erst was darüber hinausgeht, sollte langfristig angelegt werden.

Opportunitätskosten: der unsichtbare Preis

Jeder Euro, den ihr ins Auto steckt, kann nicht gleichzeitig angelegt werden. Was er angelegt verdient hätte, nennt man Opportunitätskosten. Genau deshalb kann eine Finanzierung manchmal günstiger sein als ein Barkauf.

Die Faustregel: Zins gegen Rendite

Liegt der Zinssatz einer Finanzierung unter dem, was euer Geld nach Steuern voraussichtlich verdient, lohnt es sich, wenig anzuzahlen und den Rest anzulegen. Liegt er darüber, lohnen eine hohe Anzahlung oder der Barkauf.

Beispiel: Bei 6 % erwarteter Rendite bleiben nach 27,5 % Kapitalertragsteuer rund 4,35 %. Eine 0-%-Finanzierung schlägt das deutlich, ein Kredit mit 6,9 % nicht.

Zinseszins und Inflation

Beim Zinseszins verdient ihr nicht nur auf euer Geld, sondern auch auf die bisherigen Erträge. Über viele Jahre wächst das Vermögen dadurch immer schneller. Die Inflation wirkt in die Gegenrichtung: Steigen die Preise um 2,5 % im Jahr, ist Geld auf dem Konto nach zehn Jahren rund ein Fünftel weniger wert.

ETFs in vier Sätzen

  1. Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet, zum Beispiel tausende Unternehmen weltweit.
  2. Breite Streuung senkt das Risiko, dass einzelne Firmen euer Ergebnis ruinieren.
  3. Die laufenden Kosten (TER) sind meist niedrig, vergleicht sie trotzdem.
  4. Über wenige Jahre kann ein Aktien-ETF deutlich im Minus liegen. Geld, das ihr bald braucht, gehört nicht hinein.

Steuern auf Erträge

LandWas gilt (vereinfacht)
Österreich27,5 % Kapitalertragsteuer. Bei thesaurierenden Fonds werden Erträge teils schon jährlich besteuert.
DeutschlandAbgeltungsteuer 25 % plus Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer. Sparerpauschbetrag 1.000 € pro Person und Jahr.
SchweizPrivate Kapitalgewinne meist steuerfrei, Dividenden werden als Einkommen besteuert, dazu Vermögenssteuer.

klarfahren zeigt Rechenbeispiele und gibt keine Anlageberatung. Für eure persönliche Situation lohnt sich ein Gespräch mit einer unabhängigen Beratung.

Zins gegen Rendite für euer Auto berechnen

Vereinfachte Darstellung, Stand Oktober 2026. Steuerregeln haben Ausnahmen und ändern sich, im Zweifel bei einer Steuerberatung nachfragen.